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Filmstudio Babelsberg in Potsdam wird am Sonntag 100 Jahre alt
08.02.2012
Von „Metropolis“ bis „Inglourious Basterds“
Viele Weltstars haben hier gedreht: von Marlene Dietrich bis Kate Winslet, von Armin Mueller-Stahl bis Tom Cruise. Hier entstand der legendäre Film „Metropolis“ von Fritz Lang und „Der Blaue Engel“ mit der Dietrich. Im letzten Jahr drehte Tom Tykwer den mit 100 Millionen Dollar bislang teuersten deutschen Film „Der Wolkenatlas.“

Zum 100-Jahr-Jubiläum wird noch einmal der erste Film gezeigt, der in Babelsberg vor der Toren Berlins realisiert wurde. Es handelt sich um den Stummfilm „Der Totentanz“, von dessen ursprünglicher 50-Minutenfassung 35 Minuten restauriert werden konnten. Die Hauptrolle spielte Asta Nielsen.

1926 übernahm die Universum Film AG (UFA) das 420.000 Quadratmeter große Gelände. Drei Jahre später entstand das erste deutsche Tonfilmatelier. Nach 1933 wurde die Babelsberger Traumfabrik zur braunen Alptraumfabrik der Nazis. Gedreht wurden nicht nur Unterhaltungsfilme wie „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann, sondern auch der berüchtigte Propagandafilm „Jud Süß“.

Den Neuanfang nach dem Krieg machte 1946 der Streifen „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef. Im gleichen Jahr übernahm die Defa der DDR die Regie. Nach zwei Jahren im Besitz der Treuhand wurde Babelsberg 1992 an das französische Unternehmen Vivendi Universal veräußert. Der neue Besitzer investierte zwar 500 Millionen Euro. Doch trotz Blockbuster wie „Die Bourne Identität“ schrieb das
Studio rote Zahlen. Darum verkaufte Vivendi 2004 zu einem symbolischen Preis von einem Euro an die Privatinvestoren Carl Woebcken und Christoph Fisser.

Große Gewinne wirft das Studio nicht ab. Von einem Umsatz in Höhe von 56 Millionen Euro blieben 2010 nur 700.000 Euro übrig. Statt 240 wie 2004 arbeiten heute nur 90 Mitarbeiter mit einem festen Vertrag. Für die Region ist das Studio dennoch ein Gewinn. Denn jeder Euro, der in Filme gesteckt wird, löst mehr als zehn Euro Investitionen in Berlin und Brandenburg aus.

Spezialität in Babelsberg ist nach wie vor der Kulissenbau. Für Quentin Tarrantino wurde einmal in einer eiskalten Nacht ein Sportladen gebaut. Dann aber schaffte die Szene es doch nicht in den Film. Eine wichtige Rolle spielte dagegen die Replik des Globe Theatres. Sie wurde für Roland Emmerichs „Anonymus“ nachgebaut. Nach dem Ende der Dreharbeiten wollte Emmerich das Theater der Berliner Shakespeare Company überlassen. Die aber fand keinen Platz für das Gebäude, so dass der Regisseur es zurücknehmen musste.
Helmut UwerHelmut Uwer, uwer@tagesblick.de
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