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"Mamma Mia!" - Kinostart: 17. Juli
16.07.2008
Thank you for the music!
Donna (Meryl Streep) hat die wilden unterleibsgesteuerten Hippie-Jahre schon lange hinter sich. In ausgebeulter Latzhose ist die allein erziehende Mutter einer heirats- fähigen Tochter ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs, um ihr baufälliges Hotel auf einer idyllischen griechischen Insel vor dem Ruin zu bewahren. Was sie nicht weiß ist, dass unter ihrem Anwesen die Quelle der Liebesgöttin Aphrodite sprudelt (eine Assoziation zu ihrem libidinösen Pegel- stand liegt durchaus nahe) und dass ihr schlitzohriges Töchterchen Sophie (Amanda Seyfried) gerade in Mutters Tagebuch geschnüffelt hat, um herauszufinden, wer ihr Erzeuger ist. Ohne Donna zu informieren, lädt Sophie die drei amourösen Gefährten von anno Dunnemals zu ihrer bevorstehenden Hochzeit ein, um vom lang vermissten Vater zum Altar geführt zu werden.
Männeralarm: Tanya (Christine Baranski), Donna (Meryl Streep) und Rosie (Julie Walters) lehren die Herren der Schöpfung das Fürchten
Männeralarm: Tanya (Christine Baranski), Donna (Meryl Streep) und Rosie (Julie Walters) lehren die Herren der Schöpfung das Fürchten



Auftritt: Harry (Colin Firth), ein steifer Banker und very British, der sich nach der Affäre mit Donna vor 21 Jahren zwei Hunde angeschafft hat. Bill (Stellan Skarsgard), ein Reise- schriftsteller und Abenteurer im Indy-Look, der mit seiner schnittigen Segelyacht bisher erfolgreich den Hafen der Ehe umschifft hat. Und Sam (Pierce Brosnan), ein smarter New Yorker Architekt, der nach gescheiterter Ehe eine gelinde Midlife-Crisis zu managen ver- sucht. Wer letztendlich der Vater ist, weiß nicht einmal Donna so genau, die Lover haben sich damals sozusagen die Türklinke in die Hand gegeben. Aber darum geht es auch nicht wirklich. Interessanter wird im Verlauf des turbulenten Streifens eher, wer sich nach dem Abba-Song-Motto „Take A Chance On Me“ mit wem verbandelt, und da ist der Plot durchaus für manche Über- raschung gut.

Oder auch eben nicht. Denn über 30 Millionen Zuschauer weltweit haben „Mamma Mia!“ bereits auf der Bühne gesehen und der Film bleibt der Musical-Version treu. Nach dem Motto „Never change a winning horse“ wurde denn auch die renommierte Theater- Regisseurin Phyllida Lloyd, unter deren Regie “Mamma Mia“ 1999 von London aus den Siegeszug rund um die Welt antrat, für die Filmversion verpflichtet. Schnelles Tempo, präzises Timing, die ironische Videoclip-Ästhetik der Songs, die dynami- schen Tanzchoreographie im pittoresken mediterranen Setting und vor allem ein Dutzend liebevoll ausgesuchter Laien- darsteller, die als Hotelangestellte und Inselbewohner witzig in Szene gesetzt werden und an den Chor der griechischen Dramen erinnern, das alles lässt in “Mamma Mia!“ keine Langeweile aufkommen.

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