Dokumentarfilme können eine beispiellose Nachdrücklichkeit besitzen, indem sie sich einen Aspekt unseres Lebens vornehmen und mit interessanten Interviewpartnern, eindrücklicher Kameraführung und neuen Einblicken tief in unser Gedächtnis eingraben. Wer kann schon ein Jahr nach dem letzten Blockbuster noch sagen, was der genaue Handlungsstrang war und wie das Gute letzlich wieder über das Böse triumphiert hat?
Wenn die 96-jährige Rosa Finnegan ohne Schüchternheit ihre von Arthrose deformierten Hände in die Kamera hält und voll geistiger Klarheit erzählt, daß ihr die Arbeit in der Nadel-Firma "Vita Needle Company" über die Gelenksteifheit hinweghilft, dann hinterlässt die Szene einen Abdruck im Langzeitge- dächtnis. Es ist erstaunlich, mutmachend und vor allem: es ist authentisch. Dokumentarfilme erzählen nicht nur, sie kommunizieren.
In Potsdam und Berlin werden im Rahmen des vierten GLOBIANS Film Festival vom 8.-17. August bzw. vom 1.-8. September Dokumentarfilme aus aller Welt gezeigt. Die Vorführungen werden in Berlin wiederholt für all diejenigen, die sie in der ersten Augusthälfte verpasst haben. Das Programm steht auf der Homepage des Festivals zum Download bereit und auf Youtube kann sich ein erster Eindruck von den Filmen selbst verschafft werden. |
Das Angebot ist ebenso vielfältig wie die teilnehmenden Länder: von dem Death-Metal growlenden, jungen Inder ("The Sound of India") über die kranken Mitarbeiter einer US-amerikanischen Uran-Abtragungsstätte ("Poison Wind") zu der Betrachtung einer motorisierten Welt, die uns Menschen inzwischen zu dominieren und deren Nichtexistenz unvorstellbar scheint ("Highway World").  Bilder: Highway world by Martin Hans Schmitt

Die Veranstaltung ist unabhängig von den grossen Film-Festivals und schwärmt auf seiner Webseite von der familiären Atmosphäre - Kooperation statt Wettbewerb heisst die Devise. Für die nächsten Wochen steht also eine interessante Alternative auf dem Berlin-Potsdamer Filmplan.
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