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Mecklenburg-Vorpommern
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Ein Wessi für den Osten - Sellering wird Nachfolger von Ringstorff
24.08.2008
Stabwechsel
Auf dem Sonderparteitag der SPD Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag in Güstrow ist der Landesvorsitzenden Erwin Sellering mit großer Mehrheit als Nachfolger von Ministerpräsident Harald Ringstorff nominiert worden. Ringstorff hatte vor kurzem angekündigt, am 3. Oktober seine Amtszeit beenden zu wollen. Sellering wurde mit 74 der 87 anwesenden Delegierten zum Nach- folger gewählt.

Der 58-Jährige Erwin Sellering stammt aus Nordrhein-Westfalen und hat gegenwärtig das Amt des Sozialministers in Mecklenburg-Vorpommern inne. Er hat in den letzten 14 Jahren eine rasante politische Karriere hingelegt. Sellering wuchs im Kohlenpott, in Bochum, gemeinsam mit vier Geschwistern auf. Sein Vater war Hilfsarbeiter und arbeitete sich im Laufe seines Lebens bis zum Beamten im Kirchendienst empor. Die Her- kunft habe ihn geprägt, sagt Sellering. "Damals habe ich gelernt, wie wichtig Solidarität und gegenseitige Hilfe sind."

1994 zog er mit seiner Familie in den Osten, nach Greifswald, und trat auch gleichzeitig in die SPD ein. Als Ringstorff 1998 als Sieger der Landtagswahl die erste rot-rote Regierung in Deutschland wagte, holte er Erwin Sellering vom Greifswalder Verwal- tungsgericht in die Staatskanzlei. Sellering gilt als loyal, pragmatisch und politisch un- verbraucht.

Am Sonntag ist nun der Weg frei geworden für die nächste Stufe auf der Karriereleiter des Erwin Sellering. Er wurde in Güstrow offiziell zum Anwärter auf das höchste Regierungsamt Mecklenburg-Vorpommerns gekürt. Zwar hatte es im Vorfeld einige Bedenkenträger in der Partei gegeben , weil einige weil Sellering aus den alten Bundes- ländern kommt. Ossi hin, Wessi her. "Ich lebe seit 14 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern, hier ist meine Heimat, für dieses Land will ich mich einsetzen", sagt der Kandidat selbst.

Bei Fragen zu politischen Schwerpunkten hält sich der künftige Regierungschef bedeckt. "Knallbonbons wird es nicht geben", winkt er ab. Der passionierte Schachspieler denkt Zug um Zug. "Vorhaben werde ich in der Partei und mit dem Koalitionspartner besprechen, bevor ich öffentlich darüber rede", sagt er. Ein Schwerpunkt ist aber bereits jetzt abzusehen. Das wird die Verwaltungsreform sein, die 2001 in Mecklenburg-Vorpommern gescheitert ist.

Die Wahl Sellerings im Schweriner Landtag als neuer Chef der SPD/CDU-Regierungs- koalition könnte dem Vernehmen nach bereits am 6. Oktober erfolgen.















Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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