Seit 22 Jahren steht Norbert Lammert an der Spitze der Ruhrgebiets-CDU, die er selbst mitbegründet hat. Jetzt hat er seinen Rückzug von diesem Amt angekündigt. Klug bestimmt Lammert selbst den Zeitpunkt für einen Wechsel, für einen Neuanfang. Er ist keiner, der sich eines Tages aus dem Amt tragen lassen will. Parteifreunde sagen über den promovierten Sozialwissenschaftler: "Wenn es die Politik nicht schon geben hätte, hätte sie für Norbert Lammert erfunden werden müssen." Der Bochumer ist ein geborener Netzwerker, zieht gerne die Fäden im Hintergrund und hat auf seine Weise viel für diese Region erreicht. Dabei marktschrei- erisch aufzutreten, war nie seine Art. Er wird auch in Zukunft alle seine Möglichkeiten nutzen, ein Fürsprecher für das Ruhrgebiet zu sein. Schließlich ist sein Meisterstück noch nicht fertig: die Einheit des Ruhrgebiets.
Zwar war immer mal wieder über den Rück- zug von Lammert spekuliert worden, doch am Wochenende ist ihm dann doch eine Über- raschung gelungen. Von seinem Verzicht haben offenbar nur ganz wenige vorab gewusst. Den Bezirksparteitag in Mülheim- Ruhr hat er jedenfalls mit seiner in das Schlusswort verpackten Ankündigung voll- kommen überrascht. Nach Lage der Dinge ein wird NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke den mitgliederstarken Ruhr - Bezirk übernehmen. Der 41-Jährige gilt als forsch manchmal als zu forsch. |
Deswegen hat er sich schon öfter den Unmut von Regierungschef Rüttgers zugezogen. Mit der Ruhr-CDU im "Rücken" würde Wittkes Position am Kabinettstisch deutlich gestärkt werden. Rüttgers wird das nicht unbedingt goutieren. Auch Landtagspräsidentin Regina van Dinther ist für diesen Posten schon "gehandelt" worden. Doch alles dürfte auf Wittke zulaufen.
Quelle: Agenturen |