Bonn. Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen geht in die zweite Halbzeit. Bonn richtete in diesen Tagen eine dreitägige internationale Konferenz aus, einerseits um auf fünf Jahre zurückzublicken und andererseits um mit neuen Impulsen auf die Zielgerade zu gehen. Vom 31. März bis 2. April 2009 wird die Bundesstadt am Rhein zur Welthauptstadt der Nachhaltigkeit. „Sustainable Bonn“, um es wortwörtlich zu nehmen.
Im Jahre 2003 wurde die Weltdekade der Vereinten Nationen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (DESD) für den Zeitraum 2005 bis 2014 durch die Vollversammlung offiziell verkündet. Zu dem Zeitpunkt spielte das Thema Nachhaltigkeit als ein Schwerpunkt der Vereinten Nationen bereits eine bedeutende Rolle. Der so genannte Brundtland Bericht ebnete seit 1987 den Weg für ein gesteigertes weltweites Bewusstsein für Fragen der Nachhaltigkeit. Erstmals wurde der Begriff einer nachhaltigen Entwicklung definiert als “(…) development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs. It contains within it two key concepts:
• the concept of 'needs', in particular the essential needs of the world's poor, to which overriding priority should be given; and
• the idea of limitations imposed by the state of technology and social organization on the |
environment's ability to meet present and future needs.”
Bis 2003 fanden schließlich drei wichtige Folgekonferenzen statt. Sie trugen vor allem dazu bei, die Interdependenz von notwendigen Entwicklungsschritten und gleichzeitiger Dringlichkeit nachhaltigen Verhaltens deutlich zu machen: Rio de Janeiro 1992, Thessaloniki 1997 and Johannesburg 2002. Mittlerweile erreicht die Frage nachhaltiger Entwicklung nicht nur den nahe liegenden Kernbereich von Umwelt und Ökologie, sondern wird zunehmend für ökonomische Prozesse entscheidend bis hin zu Fragen intergenerativer Gerechtigkeit für nachhaltige Gesellschaften.
Somit steht die Weltdekade für einen komplexen, weit reichenden und interdisziplinären Ansatz in den drei Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Zunehmendes Interesse erfährt der Faktor Kultur. Er wird von der UNESCO als allen Bereichen zugrunde liegende Dimension verstanden, ganz im Sinne einer “underlying dimension”.
Nachhaltige Entwicklung heißt, Verhaltensweisen zielgerichtet in der Zukunft zu ändern. Möglich wird dies vor allem durch erhöhtes Bewusstsein. Der Schlüssel zur problemorientierten Wahrnehmung und Verhaltensänderung ist Bildung. Denn “the answers to the challenges of tomorrow would have to come from today's learners”. Zweifellos, “(e)ducation is the key for development and innovation - as well as for sustainable, forward-looking society”.
Ziel der Dekade ist es, Prinzipien, Werte und Praktiken von Nachhaltigkeit in alle Bereiche von Bildung und Lernen zu integrieren. Orte des Lernens sind vielfältig: |