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Für schwarze Amerikaner ist Obamas Nominierung diese Woche ein Meilenstein im Kampf um Gleichberechtigung
27.08.2008
„A More Perfect Union“
Als Barack Obama im Februar 2007 seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte, hielten schwarze Amerikaner seine Erfolgsaussichten für gering, wenn nicht gar für utopisch: ein African-American im Weissen Haus? Diese Vorstellung sei zu optimistisch. Das Land sei noch nicht reif für einen solchen Schritt.

Auch der Kandidat selbst wurde von vielen Schwarzen kritisch gesehen: Mit einer weissen Mutter und einem zwar schwarzen, aber kenianischem Vater sei er nicht wirklich einer von ihnen - so argumentierten einige. Und auch seine ungewöhnliche Kindheit in Hawaii und Indonesien irritierte. Das Wahlkampfteam Obamas arbeitet hart daran, „black voters“ für sich zu gewinnen. Denn diese unterstützten anfangs zum überwiegenden Teil Hillary Clinton.

Mit sichtbarem Erfolg: schon im Januar 2008 stimmten acht von zehn schwarzen Wählern in Vorwahlen in South Carolina für Obama. In anderen Staaten waren es ähnliche Zahlen.

Die anfängliche Skepsis unter Schwarzen ist inzwischem puren Enthusiasmus gewichen. Das war am Montag, dem ersten Abend des demokratischen Parteitages in Denver, deutlich zu hören. Dort sprach sich der Kongressabgeordnete Jesse Jackson Junior, Sohn des bekannten Bürgerrechtlers Jesse Jackson, uneingeschränkt und in einer flammenden Rede für Obama aus.
Klar bezog er sich auf Martin Luther King, der Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, und betonte den historischen Moment, der mit Obamas Ernennung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten, eintreten würde: „Ich bin sicher, Dr. King guckt auf uns hier in Denver herab, in der Erkenntnis, dass dies der erste Parteitag in der Geschichte sein wird, der uns seinem mountaintop näher bringen wird,“ so Jackson Jr. Martin Luther King hatte in einer seiner berühmten Predigten vom „promised land“ jenseits der Bergspitze - dem „mountaintop“ -- gesprochen.

„Hier wird Geschichte gemacht“ - das ist auch der Tenor in der nationalen und auch der lokalen Presse. In der Hauptstadt Washington sind rund 60 Prozent der Bevölkerung schwarz. Die Washington Post berichtet, dass zahlreiche schwarze Washingtoner anlässlich der Nominierung Obamas am Donnerstag Parties abhalten werden. Kinder sollen am Freitag von der Schule zu Hause bleiben dürfen, wenn es mit der Rede Obamas am Donnerstag abend spät würde, so viele Eltern. „Baracks Nominierung ist ein Meilenstein im Kampf um Gleichberechtigung, und ich wlll, dass meine Kinder Zeuge dieses Ereignisses sind,“ zitiert die Post einen schwarzen Regierungsbeamten.

Das Thema „race relations“ - das Verhältnis der Rassen in den USA - ist ein sehr schwieriges und sensibles Thema, auch noch 150 Jahre nachdem Präsident Lincoln mit der „Emancipation Declaration“ die amerikanischen Sklaven für frei erklärt hatte.
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1 Kommentar
 
1) Besten Dank für diesen Hintergrundsbericht. Ich würde mich freuen noch mehr über die täglich gelebte "political correctness" der Amerikaner zu erfahren, eine für uns Deutsche schwer zu durchschauende zwischenmenschliche Haltung.
Kommentar von susannehussong | 30.08.2008 @ 22.05 Uhr
 
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