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Die Hauptstadt der USA bereitet sich auf die Amtseinführung Barack Obamas vor.
25.11.2008
Inauguration 2009
Haben Sie 40 000 Dollar übrig? Dann können Sie eine Eintrittskarte kaufen, die es noch gar nicht gibt. Findige Geschäftemacher bieten im Internet für diesen stolzen Preis Eintrit- tskarten für die bevorstehende “Inauguration” - der “Amtseinführung“- Barack Obamas an. Der Haken: die Tickets gibt es noch nicht. Erst eine Woche vor der Inau- guration am 20. Januar werden diese ausgegeben.

Nach den Freudenfeiern nach der Wahl ist Washington nun im Inaugurationsfieber. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Zeitungen der Hauptstadt, die Washington Post und die Washington Times, nicht mehrere Artikel zu dem Thema veröffentlichen.

Es wird die größte Einführung eines Präsi- denten in der amerikanischen Geschi- chte - so die allgemeine Erwartung. Dieser Rekord wird bisher von Lyndon Johnson gehalten. 1,2 Millionen Menschen kamen 1965 zu dessen Amsteinführung vor dem Kapitol. Für die Einführung des ersten schwarzen Präsidenten der USA werden zwischen einer und vier Millionen Besucher erwartet.

Den Aussagen der Hotelanbieter nach zu urteilen, könnte diese Zahl erreicht werden. Die Stadt ist ausgebucht. Und nicht nur in Washington gibt es keine Hotelzimmer mehr. Auch im eineinhalb Stunden entfernten Rich- mond, Virginia, sind die Hotelzimmer knapp.

In Downtown Washington ist noch das patriotische “Red, White, Blue and Green”-Paket zu haben: vier Nächte in der “Presi- dential Suite”, ein erste Klasse Flugticket
(mit einem CO2 Verrechnungs- kredit), einem Chauffeur samt Hybridauto, zwei Eintritts- karten zu einem der Inaugurationsbälle und Tickets für die Inaugurationsparade. Beschei- dene 99 000 Dollar kostet das Angebot des Ritz-Carlton Hotels.

Findige Geschäftemacher haben auch hier eine Marktlücke entdeckt: Besucher, die kein Hotelzimmer mehr bekommen und nicht in ihrem Auto übernachten möchten, können die Häuser und Wohnungen der ansässigen Washingtoner mieten. Bis zu 1500 Dollar werden derzeit für ein Reihenhaus pro Woche verlangt.

Auch die Stadtverwaltung bereitet sich auf den erwarteten Besucheransturm vor. Auf der Museumsmeile vor dem Kapitol wird zusätzl- icher Platz für Zuschauer geschaffen. Riesige Bildleinwände werden die Einführungs- zeremonie für entfernt stehende Zuschauer übertragen. Um Ordnung und Sicherheit gewähren zu können, werden Polizeichefin Cathy Lanier 4000 zusätzliche Polizisten aus Kommunen im ganzen Land zur Verfügung gestellt. Und Kirchen wurden gebeten, “viewing parties” - “Übertragungsparties” - auszurichten, um die Menschenmengen besser auf die Stadt zu verteilen.

Inzwischen hat sich auch der Kongress des Problems der nicht existierenden Inaugu- rations- Eintrittskarten angenommen: Senat- orin Dianne Feinstein hat einen Gesetzes- vorschlag eingebracht, nach dem der Verkauf der Tickets verboten werden soll. Und Ebay hat sich bereit erklärt, den Verkauf der Phantomtickets zu unterbinden.
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