 |
“Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt.” Ganz im Sinne seines Amtsvorgängers John F Kennedy rief der zukünftige Präsident der USA, Barack Obama, die Amerikaner vergangene Woche dazu auf, sich zum Wohle der Gesellschaft ehrenamtlich zu engagieren.
Mit der “Renew America Together” Initiative will der frühere Community Organizer Obama die Amerikaner dazu bewegen, auch auf lokaler Ebene an der “Erneuerung” Amerikas mitzuhelfen.
Der Zeitpunkt der Initiative ist nicht zufällig gewählt. Nächste Woche, am 19. Januar, feiern die Amerikaner Martin Luther King Day. Der Feiertag ehrt nicht nur das Vermächtnis des grossen Civil Rights Leaders, sondern ist auch, im Geist von King, dem gemeinnützigen Dienst gewidmet.
Obamas Aufruf wird nicht auf taube Ohren fallen. In keinem Land Land wird freiwilliges Engagement so gross geschrieben wie in den USA. Das beobachtete schon 1835 der Franzose Alexis de Tocqueville. Als er seine Essays “Demokratie in Amerika” veröffentlichte, hatte er eine neun-monatige Reise im Osten der USA hinter sich. Neben der amerikanischen Vorliebe für Freiheit, Geld und Zurückhaltung des Staates gegenüber seinen Bürgern, beobachtete er das starke gesellschaftliche Engagement der Amerikaner: “Wenn ein Amerikaner seine Mitbürger um Hilfe bittet, bekommt er selten eine Absage; |
 |
ich habe oft gesehen, wie Hilfe spontan und mit grossem Eifer geleistet wird.”Was Tocqueville vor fast 200 Jahren feststellte, gilt auch heute: Im vergangenen Jahr engagierten sich 60.8 Millionen Amerikaner, oder ca. 26 Prozent der über 16-jährigen, ehrenamtlich. Nach Aussagen eines Berichts der Corporation for National and Community Service verwandten davon 34 Prozent mehr als 100 Stunden für ihr gesellschaftliches Engagement, der höchste Stand seit 2002.
Der Bericht der US Behörde, der im Juli 2008 veröffentlicht wurde, stützt sich auf Ergebnisse einer Umfrage von 60,000 US Haushalten über sechs Jahre.
Danach sind vor allem mittelgrosse Städte und Universitätsstädte Zentren des bürgerlichen Engagements - ca. 30 Prozent arbeiteten dort zwischen 2004 und 2007 ehrenamtlich. Führend in der Freiwilligenarbeit sind Provo, Utah (64 Prozent), Iowa City (45 Prozent) und Madison, Wisconsin (42 Prozent) - allesamt Universitätsstädte.
Dem Bericht zufolge opfern mehr Frauen (29 Prozent) als Männer (23 Prozent) ihre Freizeit für unbezahltes Engagement. Überraschend ist, dass vor allem beruftstätige Frauen mit Kindern ehrenamtlich aktiv sind. Etwas weniger überraschend: Amerikaner, die weniger Fern sehen, engagieren sich mehr als Couchpotatoes.
Obama will sich dieses Engagement der Amerikaner zunutze machen. “Dient Schulkindern als Mentoren. Geht in eine Grundschule und lest vor.Geht in Altenheime und leistet Gesellschaft,” lautet die |
 |