Anders als beim richtigen Facebook geht es im Partei-Netzwerk gesittet zu, selbst bei kontroversen Debatten wie der Abschaffung des Betäubungsmittelgesetzes. Einträchtig stehen die beiden Anträge für und gegen einen solchen Schritt nebeneinander.
Wie bei Wikipedia, dem Nachschlagewerk der Netz-Community, werden alle Änderungen eines Textes genau protokolliert. «Grundsätzlich ist nur konstruktives Feedback möglich», erklärt Lauer. «Ist man mit einer Initiative nicht einverstanden, muss man eine konkurrenzfähige Gegeninitiative verfassen.»
Wie bei Facebook hat jeder Teilnehmer seine eigene Profilseite. Dort werden Themenschwerpunkte genannt, aber auch die Kontakte zu anderen und die «Delegationen», also die Abtretungen von Stimmrechten.
LiquidFeedback ist eine Open-Source-Software, kann also von jedermann ungehindert weiterentwickelt werden, solange der Quellcode offen bleibt. Jenseits der Parteiendemokratie könnte das System auch für andere Prozesse der demokratischen Willensbildung verwendet werden. «Das Internet bietet den großen Vorteil eines zweiseitigen Kommunikationskanals», sagt der Grünen-Abgeordnete von Notz. «Dieser Vorteil sollte auch für die Weiterentwicklung der Demokratie genutzt werden.»
dpa
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