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Personenidentifizierung per Smartphone
08.08.2011
Ich kenne Sie!
Man weiß nicht ob man über die technischen Möglichkeiten staunen oder sich schütteln soll. Wahrscheinlich beides. An der Carnegie Mellon University, einer hochangesehenen technischen Universität in den USA, haben Forscher untersucht, wie leicht ein Fremder mit Hilfe von Gesichtserkennungsprogrammen wie sie Facebook benutzt und Daten aus sozialen Netzwerken identifizierbar ist.

Ergebnis ist, dass es selbst bei Usern, die auf ihre Anonymität im Internet achten, eine Identifizierung möglich ist. Das heisst natürlich nicht, dass das Facebook Profil „Michy Mausi“ mit Profilbild einer Blume zum echten Menschen hinter diesem Profil führen kann. Man muss schon mehr preisgeben (oder mal preisgegeben haben) um identifizierbar zu werden.

Die etwas gruselige Komponente ist die Verbindung mit Smartphones: Denn im Rahmen der Forschungen wurde eine App, also ein Miniprogramm für das eigene Smartphone, geschrieben, mit dem sich die Identifizierung auch auf dem eigenen Smartphone in Echtzeit durchführen lassen. Das bedeutet konkret, dass man auf der Straße jemanden mit dem Smartphone fotografiert und dann per App versuchen kann zu identifizieren, mitsamt aller zur Verfügung stehender Daten.

Falls so etwas massenkompatibel wird, wie geht man damit um? Sich bewusst machen, dass das Internet nicht aus abgeschlossenen sicheren Räumen besteht und man sich überlegen muss, wie man sich eigentlich präsentieren will.
Party-Fotos nicht mehr bei Facebook hochstellen sondern direkt mit Freunden tauschen. Zwar sind E-Mails auch nicht „sicher“, aber schwerer von Suchsoftwares auffindbar. Denn in sozialen Netzwerken nach Informationen suchen und zusammentragen und E-Mails ausspähen sind zwei verschiedenen Dinge, da seine legal, das andere illegal. Und da ergibt sich vielleicht eine gewisse Grenze der Online-Verfügbarkeit privater Daten. Dennoch muss man sich im Klaren sein, dass das Internet ein Ort ist, wo der Vergleich von Mails und Briefen, Freunden und Facebook-Friends usw. immer etwas hinkt.

Quelle: http://www.cmu.edu/news/stories/archives/2011/august/aug1_privacyrisks.html
Alexander KlatteAlexander Klatte, klatte@tagesblick.de
Journalist
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