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Das namhafte Blog-Projekt Webware aus dem Hause CNET ließ die Top100 Internet-Anwendungen wählen
25.04.2008
Webware Top100 2008
Es gibt die verschiedensten Wahlen, Awards und Auszeichnungen im Internet. Manchmal kann einem das schon zu viel werden. Zumal man den Eindruck bei etlichen dieser Ehrungen nicht los wird, das da Projekte geehrt wurden, an denen der Preisstifter direkt oder indirekt beteiligt ist.

Webware Top100 2008Webware ist ein namhaftes Blog aus dem Hause CNET, das sich durch qualitativ hochwertige Artikel zu Internet-Applikationen auszeichnet.

Und Webware hat nun die Top100 Anwendungen des Internets wählen lassen. Natürlich surfen vor allem nordamerikanische Nutzer diese Seite an. Dadurch ist die Wahl schon automatisch stark US-lastig. Was aber nichts daran ändert, das man einen fantastischen Einblick bekommt, welche Projekte bei den Leuten beliebt sind.

Es wurden in insgesamt 10 Kategorien die jeweils zehn von den Nutzern am spannendsten befundenen Webprojekte ausgezeichnet. Eine komplette Übersicht finden sie hier.

Wie nicht anders zu erwarten finden sich viele namhafte Seiten in dieser Liste. Angefangen bei Facebook über MySpace bis hin zu Skype und Paypal. Aber auch einige super spannende "Underdogs" schafften den Sprung in diesen elustren Kreis. Dazu kann man Worth1000 zählen, eine super interessante Kreativ-Community, aus der heraus gerade Aviary entsteht - ein RIA-Produkt. RIA steht für Rich Internet Application und bedeutet eine Software, die nicht heruntergeladen werden muss, sondern die man online nutzt, von jedem Ort und jedem Rechner der Welt. Ein ganz heißes Thema im Netz, das uns alle die nächsten Jahre mit Sicherheit beschäftigen wird.

Google konnte sich mit insgesamt 12 Projekten in diesen Top100 platzieren! Eine stolze Zahl, die zeigt, wie aktiv Google immer wieder neue Projekte herausschießt, bei denen es eigentlich immer darum geht die Nutzer noch stärker an Google zu binden und dafür zu sorgen, das sie gar nicht erst zu anderen Webseiten surfen müssen, um etwas zu erledigen. Alles soll via Google möglich sein. Das erinnert doch irgendwie stark an das Software-Monopol von Microsoft...

Apropos Microsoft. Sie brachten immerhin sieben Projekte unter. Yahoo schaffte es auf acht. Relativ schwach schnitten die Ecommerce-Schwergewichte Ebay und Amazon ab. Sie haben jeweils drei Projekte am Start, die für Wert befunden worden hier genannt zu werden. Gerade auch von Ebay muss man für die Zukunft eigentlich mehr Innovationskraft erwarten, wenn das ehemalige reine Auktionshaus überleben will. Amazon dagegen konzentriert sich zurecht auf seinen immer stärker werdenden Kernmarkt: den Verkauf von Waren.

Zurück zu den "Kleinen", die ja von den Nutzerzahlen auch nicht mehr unbedingt klein, aber hier in Deutschland kaum bekannt sind. Finetune ist ein solches Projekt. Finetune ist eigentlich ein Internetradio. Es kostet nix. Und das Gute ist, das man sich seine Playlist selbst zusammenstellen kann. Ich kann also genau die Songs hören, die ich mag. Oder ich höre mir die Playlists von Leuten an, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Oder ich klicke auf meinen aktuellen Lieblingsmusiker und höre mir Lieder an, die in die gleiche Musikrichtung gehen. Also: MEIN Musikgeschmack allein entscheidet. Das macht Spaß und macht Finetune zu einem großartigen Internetangebot.

Auch Deviantart ist hierzulande nur Insidern bekannt. Ähnlich dem weiter oben genannten Worth1000 ist Deviantart eine Kreativ-Community auf der Zeichner, Illustratoren, Grafiker, Pixelartists und viele andere zeigen, was sie draufhaben. Eine Plattform um sich und vor allem seine Kreativität zu zeigen. Extrem erfolgreich und das schon seit Jahren.

Und zu guter Letzt muss Stardoll noch genannt sein. Auf Stardoll geht es um virtuelle Puppen. Um das Einkleiden, Zeigen, Spaß haben. Eine Seite, die ganz klar auf Mädchen ausgerichtet ist. Ein skandinavisches Projekt, das sich aus einem Liebhaber-Projekt zu einer der erfolgreichsten europäischen Seiten entwickelt hat.

Europäische Seiten - in den Webware Top100 gibt es erschreckend wenige europäische Projekte, die es auch geschafft haben in Nordamerika so richtig erfolgreich zu sein. Und deutsche Projekte findet man dort überhaupt nicht! Das ist traurig und macht nachdenklich. Die Amerikaner kaufen deutsche Autos wie blöd. Aber deutsche Internetprojekte können sich dort (bisher?) nicht durchsetzen.
Matias RoskosMatias Roskos, roskos@tagesblick.de
Experte für Internet-Trends
zu den Autoren
 
1 Kommentar
 
1) Sehr interessanter Beitrag! Danke
Kommentar von Klaus | 18.05.2008 @ 09.42 Uhr
 
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