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Amflora-Ernte mit Brüderle
02.09.2010
Gen-Pflanzen
Am Dienstag dieser Woche wurden in Zepkow in Mecklenburg-Vorpommern die ersten Knollen der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel Amflora aus dem Boden geholt. Das Thema Gentechnik ist nach wie vor umstritten. BASF hofft auf Lizenzeinnahmen in Millionenhöhe.

Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) legte der Vorstandsvorsitzende der BASF Jürgen Hambrecht bei der Ernte selbst Hand an. Auf insgesamt 15 Hektar Fläche ist die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte Amflora in den letzten Monaten herangereift. Die Kartoffel ist nicht zum Verzehr bestimmt, soll lediglich der Stärkegewinnung, beispielsweise für die Papier- und Klebstoffindustrie, dienen

Weitere Zulassung beantragt

Zugleich teilte der weltweit größte Chemiekonzern mit, dass er auf europäischer Ebene die Zulassung für eine weitere Gen-Kartoffel mit dem Namen „Amadea“ beantragt hat. Hier will BASF prüfen, ob diese Sorte neben der Stärkegewinnung auch in der Lebensmittelbranche eingesetzt werden kann. Die Einführung von „Amadea“ strebt BASF für das Jahr 2013 an, zunächst ergänzend zu Amflora, später dann als Ersatz. Für den gesamten Bereich der Stärkekartoffeln rechnet BASF mit Lizenzeinnahmen von 20 bis 30 Millionen Euro.

Umstrittene Versuche

Dass bei dieser Ernteaktion zwar der Wirtschafts- und Technologieminister, nicht aber die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), anwesend war, symbolisiert einen Streitpunkt in der Debatte um Gen-Pflanzen.
Denn in Aigners Partei und auch in den Reihen der Bauern dominieren die Gegner der grünen Gentechnik. Die Kritiker der Gen-Kartoffel befürchten, dass die antibitotikaresistenten Genmarker auf andere Pflanzen übertragen werden und diese somit für eine Verwendung in der Lebensmittelbranche untauglich machen.

Weltweit werden derzeit rund 150 Arten von Gen-Pflanzen angebaut, in der EU sind es nur zwei Sorten. Zuletzt untersagten Deutschland und Frankreich den Anbau der von Monsanto entwickelten Maissorte Mon 810.

Die Debatte um den Anbau und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen ist noch lange nicht vorbei.
Michael PohlMichael Pohl, pohl@tagesblick.de
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