Die Staatsschulden in Deutschland sind laut einer Studie des Hamburgischen Weltwirt- schaftsinstitutes (HWWI) weitaus höher als offiziell bekannt. Offiziell wird die deutsche Verschuldung von 1,8 Billionen und damit 66 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) auf 80% im Jahr 2010 steigen. Daneben, so die Studie, die am Dienstag vorgestellt wurde, gibt es verdeckte Schuldenlasten, die in den offiziellen Angaben nicht ausgewiesen werden. Bei deren Ermittlung wird berechnet, welcher Teil von Leistungsversprechen nicht durch künftige Einnahmen gedeckt sind, so zum Beispiel bei der Rentenversicherung. Dennoch, so die Studie weiter, ist ein Staatsbankrott großer Industriestaaten nicht zu erwarten.
Laut der Studie des HWWI hat sich der Schuldenstand in Deutschland vor allem aufgrund zweier Phasen aufgebaut: Die erste Phase fiel in die 70er Jahre, als der Wohlfahrtsstaat ausgebaut wurde. Die zweite Phase umfasst die Wiederevereinigung in den 90er Jahren. Die jetzt aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise gibt den Staatsschulden den dritten Schub.
Im internationalen Schuldenvergleich steht Deutschland jedoch gut da: Japan hat sich zu 200 Prozent verschuldet und die USA nähern sich den 100 Prozent. Dennoch, so Professor Thomas Straubhaar vom HWWI, muss der Staat aufpassen, dass er das Vertrauen seiner Bürger nicht verliert, denn:“ Vertrauen ist der Grundpfeiler für die Finanzierung von Staatskrediten“. Straubhaar weiter: “Der Staat |
wird sich zukünftig auch als Nothelfer zurückziehen müssen“, anders sei eine Zurückführung der Staatsverschuldung nicht möglich. Das HWWi plädiert in seiner Studie auch für einen Abbau der Subvention und eine Umgestaltung des Steuersystems.
 Díe Staatsverschuldung in Deutschland

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