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Dabei kommen die jungen Jobsuchenden in den Industrieländern noch vergleichsweise glimpflich davon. In Deutschland etwa waren 2009 rund 40 Prozent mehr junge Leute arbeitslos als 2000. Im internationalen Vergleich blieb die Gesamt-Quote mit elf Prozent jedoch moderat. Weitaus schlimmer sei die Lage in den Entwicklungsländern, in denen 90 Prozent der betreffenden Altersgruppe leben, erklärt ILO-Analyst Steven Kapsos: «Junge Leute haben dort gar keine andere Wahl, als zur Arbeit zu gehen. Sie leben aber oft in extremer Armut.»

Elder zufolge drohen entwicklungspolitische Rückschläge: «Es gibt die Gefahr, dass Fortschritte der Armutsbekämpfung abgewürgt werden.» Das sieht auch ILO-Chef Juan Somavia so. Millionen junger Menschen seien in der Klasse der «arbeitenden Armen» gefangen - obwohl gerade sie Triebkräfte des Aufschwungs sein müssten. Auf ihr Potenzial zu verzichten, sei «Verschwendung und kann sozialen Frieden aushöhlen».

Doch auch Europa, Nordamerika und Ostasien sind gebeutelt von dem Negativ-Trend. In der Gruppe der entwickelten Volkswirtschaften und der Europäischen Union lag die Jugend-Arbeitslosenquote mit 17,7 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 1991, berichtet Elder - mit Rekordwerten von mehr als jedem fünften Jugendlichen in Spanien oder Estland. «Wir müssen aufpassen, dass diese Menschen nicht aufgeben.»


dpa
Michael PohlMichael Pohl, pohl@tagesblick.de
Journalist
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