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"Auswirkungen könnten die Lehmann-Pleite in den Schatten stellen."
26.04.2011
Warnung von EZB-Chefvolkswirt
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, hat rund ein Jahr nach dem Ausbruch der Euro-Schuldenkrise vor einer neuen Bankenkrise gewarnt. Wenn es in strauchelnden Euroländern zu Umschuldungen komme, sei das für die Geldhäuser riskant. "Im schlimmsten Fall könnte die Umschuldung eines Mitgliedslandes die Auswirkungen der Lehman-Pleite in den Schatten stellen", mahnte Stark in einem Interview mit dem ZDF-Nachrichtenportal heute.de. Eine schwere lokal begrenzte Haushaltskrise könne negative Auswirkungen auf das ganze europäische Bankensystem haben.

Eine Umschuldung berge weitere unvorhersehbare Gefahren. "Eine Schuldenreduzierung erscheint vielleicht als der einfache Weg, aber die zugrunde liegenden Haushalts- und Strukturprobleme würden nicht gelöst", sagte Stark. In der Folge wären die betreffenden Länder "auf unabsehbare Zeit von den Finanzmärkten abgeschnitten und auf fremde Finanzhilfe angewiesen", betonte der EZB-Chefvolkswirt.

Die in Schieflage geratenen Länder müssten verloren gegangenes Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen und notwendige Reformen durchführen. Einige Mitgliedsländer hätten "ihre Reform-Hausaufgaben, die übrigens von der Europäischen Zentralbank immer wieder angemahnt wurden, seit Beginn der Währungsunion sträflich vernachlässigt", so Stark.
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