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Der 12,5 Mrd. US Dollar Deal: Google kauft die Mobilfunksparte von Motorola
17.08.2011
Google Android: Vom Partner zum Konkurrenten.
Google hat die Mobilfunksparte von Motorola für 12,5 Mrd. US Dollar gekauft. Es geht dabei in erster Linie um Patente. Die juristische Position des Betriebssystems Android soll gestärkt werden. Android steht in direkter Konkurrenz zu iOS (Apple), Windows Phone (Microsoft), Blackberry (RIM) und Symbian (Nokia). Es ist seit seiner Einführung das am stärksten wachsende mobile Betriebssystem. Der Marktanteil liegt mittlerweile bei über 40%, vor einem Jahr noch bei etwa 17%.

In der Smartphone-Branche ist es üblich, dass die Wettbewerber sich gegenseitig verklagen, um Innovationen möglichst vor den anderen einzuführen. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie viele und welche Patente die jeweils Streitenden vorweisen können. Etwa 17000 Patente gehen durch den Kauf an Google; weitere 7500 sind eingereicht und warten auf eine Bestätigung.

Neben der Leistungsfähigkeit von Android ist es die Vermarktungsstrategie von Google, die den enormen Erfolg bringt. Android wird von verschiedenen Herstellern (z. B. HTC, Samsung, LG) für deren Smartphones verwendet. Die Konkurrenz verfügt im Vergleich über ein kleineres Angebot an Geräten. Und ist darüber hinaus beides: Hardwarehersteller und Betriebssystementwickler.

Der direkte Zugang zum Endkunden über die verschiedenen Geräteanbieter ist wesentlicher Faktor der starken Verbreitung von Android.
Das soll sich laut Google auch nach dem Kauf von Motorola nicht ändern. Das Motorola-Geschäft soll in einer abgetrennten Geschäftssparte weitergeführt werden. Aber wie reagieren die "Vertriebspartner" von Google darauf? Werden sie sich weiterhin für die Verbreitung des Google Betriebssystems entscheiden, wenn naheliegt, dass es bald Smartphones made by Google/Motorola gibt?

Hier stehen strategische Überlegungen in einem Spannungsverhältnis: die juristische Stärkung der Position von Android und das Verhältnis zwischen Google und seinen Smartphone-Partnern. Google könnte schon sehr bald als ernster Konkurrent von seinen "noch-Partnern" wahrgenommen werden.

Google hat nach wie vor das Problem, seine Marktgröße in Umsatz und Ertrag abzubilden. Es liegt nahe, dass Google mit Android in der Kombination mit eigener Hardware selbst Umsätze generieren möchte. Im Vergleich macht Apple allein mit dem iPhone mehr Ertrag als Google mit seinem Kerngeschäft, der Internetsuche. Auch dies gräbt den aktuellen Partnern Geschäft ab.

Mit diesem Deal entwickelt sich Google im Smartphone-Markt vom Partner zum Konkurrenten. Die Reaktion darauf bleibt abzuwarten.
Normann BroschkNormann Broschk, broschk@tagesblick.de
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