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Vandalen haben einen schlechten Ruf - Schuld daran ist der Römer Marc Aurel. Er hat Teile dieses germanischen Volksstamm auf seiner Suche nach Land in Gallien bekämpft und geschlagen. Eine Wegmarke setzten sich die Vandalen allerdings dann im lothringischen Dörfchen Vantoux, deren Ein- wohner "les Vandales", Vandalen heißen. Doch die wollen sich jetzt umbenennen.
Vantoux ist ein kleines Dorf in der Nähe von Metz. gerade mal 931 Einwohner - aber ein gewaltiger Name: "Les Vandales", Vandalen heißen sie. Doch davon haben sie genug. Bei einer Bürgerbefragung entschied eine Mehrheit der Bürger, dass sie von nun an "Vantousiens" heißen. Für diese Bezeich- nung stimmten 110 der befragten 278 Haus- halte, wie Bürgermeister Claude Bellei mitteilte. Lediglich 49 Familien wollten die französische Bezeichnung für den germani- schen Volksstamm ("Vandales") beibehalten. Andere Vorschläge - Vantouliens, Vantouni- ens, Vantousois, Vantoulois, ou Vandaliens - fanden keine ausreichende Mehrheit.
Eigentlich sehr schade, denn Ortsnamen sind natürlich im Sinne des Wortes Weg- marken für geschichtliche Vorgänge in grauer Vorzeit. |
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Im Falle von Vantoux erinnert der Namen an die große Völkerwanderung germanischer Stämme, die im Osten von den Hunnen verdrängt, nach Westen und nach Süden zogen. Im Jahre 406 überschritten sie, auf der Suche nach Land, die Grenze nach Gallien, wo sie zurückgeschlagen wurden.
Andere Vandalen-Ableger waren erfolgreicher und kamen sogar bis nach Nordafrika. Einige Ethnologen gehen davon aus, dass die nordafrikanischen Berber, die oft blaue oder graue Augen haben, Nachfahren der Van- dalen sind. Sie siedelten vor allem rund um Karthago.
In Frankreich werden die Bürger von Städten und Gemeinden mit genau definierten Be- griffen benannt, die nicht immer direkt aus dem Ortsnamen abzuleiten sind. So heißen die Bewohner von St. Etienne im Zen- tralmassiv "Stephanois", die der ostfran- zösischen Stadt Besançon "Bisontins" oder die von Pont-à-Mousson in Lothringen "Mus- sipotains".
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