Die Schimpansenpopulation an der Elfen- beinküste ist dramatisch zurückgegangen. Im Vergleich zur Zählung vor ca. 20 Jahren, um etwa 90 Prozent. Das meldet das Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Antro- phologie. Dafür sei vor allem die Abholzung, die Wilderei und die Bevölkerungsexplosion verantwortlich.
Der Schock sitzt tief bei Hjalmar Kühl, "wir hatten nicht erwartet, dass es so katastrophal sein würde", sagt er weiter. Hjalmar Kühl gehört zum Team des Leipziger Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie, das die Affenpopulation erforscht.
In den 60er Jahren sei die Elfenbeinküste mit geschätzt 100.000 Schimpansen noch eine Hochburg der Menschenaffen gewesen, schreiben die Forscher. Die heutige Population liege bei nur noch rund 1.000 Menschenaffen. Die Forscher machen vor allem die Bevölkerungsexplosion, die Ab- holzung und Wilderei für das Verschwinden der Schimpansen verantwortlich.
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Eigentlich seien die Forscher aufgebrochen, um die Auswirkungen einzelner Faktoren auf die Affenpopulation zu studieren, sagte Kühl. Doch als sie kaum noch Schimpansen ge- funden hätten, hätten sie sich zu einer Bestandsaufnahme entschlossen, die jetzt auch auf die anderen Länder Westafrikas ausgedehnt werden soll.
Da Schimpansen - wie der Mensch - sehr viel Zeit und Energie in ihren Nachwuchs steckten, sei ihre Reproduktionsrate niedrig. Dadurch sei ihre Population besonders angreifbar. Es gebe allerdings auch Hof- fnung, betont Kühl. Im Tai-Nationalpark der Elfenbeinküste sei die Schimpansen- population stabil geblieben. Das zeige, dass Schutzgebiete, die finanziell vernünftig aus- gestattet seien, funktionierten, sagt er.
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