tagesblick: Herr Fischedick, in Ihrer Studie zum Thema Abscheidung und Speicherung von CO2 zeigen Sie einige Umweltprobleme dieser neuen Technologie auf. Wo sehen Sie da noch Verbesserungspotential?
Fischedick: Bei der Steigerung des Wir- kungsgrades und somit der Reduzierung des Brennstoffmehrbedarfes.
tagesblick: Welche Anstrengungen muss die Industrie noch unternehmen, um hier die Ökobilanz zu verbessern?
Fischedick: Im Prinzip sind Fortschritte durch technologische Verbesserungen und Ent- wicklungen neuer Verfahren, z.B. neue Waschmittel für die Rauchgaswäsche, mög- lich.
tagesblick: Halten Sie es für realistisch, daß die CCS-Technologie bis 2020 großtech- nisch zur Anwendung kommt?
Fischedick: Grundsätzlich ja, aber das ist sicher ein sportlicher Fahrplan. Vor 2020 ist nicht damit zu rechnen. Ein wichtiger nächster Schritt sind Demonstrationsvorhaben, deren Errichtung nicht nur Zeit braucht, sondern auch Zeit erforderlich ist um damit die notwendigen Erfahrungen zu sammeln.
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tagesblick: Welcher der drei Abscheide- techniken von CO2 räumen Sie die größten Chancen ein?
Fischedick: Das kann man aus heutiger Sicht nicht wirklich sagen. Alle Verfahren haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile und verschiedene Ansatzpunkte für technische Verbesserungen.
tagesblick: Welche Probleme sehen Sie bei der Speicherung von CO2?
Fischedick: Die größte Herausforderung be- steht darin, Speicherstätten mit der notwen- digen Langzeitstabilität zu finden. Des weite- ren muss man Monitoringverfahren entwi- ckeln, um das CO2-Verhalten im Untergrund messen zu können. Für die Umsetzung die größte Herausforderung besteht in der Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz der CO2- Speicher und der gesamten CO2-Infra- struktur.
tagesblick: Das Umweltbundesamt fordert für Speicherstätten eine maximale Leckage- rate von 0,01%. Ist die Überwachung technisch überhaupt zu leisten?
Fischedick: Mit den heutigen Verfahren nicht, somit ist noch erheblicher |