Bilderbücher schulen angeblich philosophi- sches Denken bei Kindern. Das will der Bremer Bildungswissenschaftler Jochen Hering herausgefunden haben. Um aus den Bildern eine Geschichte zu entwickeln, müs- sten die Kinder die "Leer- stellen" füllen. Diese "Unbestimmtheiten" würden im Kopf perspektivisches Denken fördern.
Vielleicht kann man es einfach ausdrücken: Die Bildgeschichten laden Kinder zur Inter- pretion ein. Sie erfinden Geschichten zu den Bildern, die sie sehen. Und, da die Bild- aussagen wenig festgelegt sind, können immer wieder neue Geschichten dazu er- funden werden. Das schule das prespekti- vische und somit das philosophische Den- ken.
Die Welt werde somit "frag-würdig" und hinterfragt, sagte Hering am Donnerstag in Bremen. Das sei ein Ausgangspunkt philo- sophischen Nachdenkens in der Primarstufe und der Frühpädagogik.
Jochen Hering hat 1984 mit einer Arbeit zur Bedeutung des Erzählens im Geschichts- unterricht promoviert. Er lehrt derzeit an der Bremer Universität im Bereich Sprach- und Literaturwissenschaften.
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