Frauen scheuen Risiken und Wettbewerbs- situationen eher als Männer. Das ist jetzt durch eine Studie britischer Wissenschaftler belegt. Allerdings sind die Verhaltensunter- schiede nicht biologisch bedingt, sondern anerzogen.
In einem Verhaltensexperiment verglichen die Wissenschaftler das Verhalten zweier Schü- lergruppen miteinander: Schülerinnen reiner Mädchenschulen sowie Mädchen und Jungen aus gemischten Klassenverbänden. In einem ersten Experiment wurden die Teilnehmer vor die Wahl gestellt, eine garantierte Geldsumme zu erhalten oder durch Münzwurf den Betrag mehr als zu ver- doppeln beziehungsweise einen Teil des Geldes einzubüßen. Während die Schülerin- nen der gemischten Schulen eindeutig die Sicherheitsvariante bevorzugten, entschieden sich ihre Altersgenossinnen der reinen Mäd- chenschulen ebenso häufig für die risiko- reiche Variante wie die Jungen. Auch weitere Versuche mit Wettbewerbssituationen und Wagnissen ergaben vergleichbare Ergeb- nisse.
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Daraus folgern die Wissenschaftler, dass erzieherische Einflüsse und der soziale Um- gang mit Gleichaltrigen die Entwicklung „typisch weiblicher“ Verhaltensweisen ver- stärken, die mitunter im Berufsleben zu Nachteilen führen können. Geschlechter- unterschiede im Risiko- und Wettbewerbs- verhalten zählen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Gründen, warum Frauen weniger verdienen als Männer und in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Auch leistungs- oder erfolgsorientierten Ent- lohnungsmodellen stehen sie ablehnender gegenüber. Kaum untersucht wurde bislang allerdings die Frage, ob Frauen von Natur aus Risiken meiden oder erst durch äußere Einflüsse dazu gebracht werden.
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