Eine „todsichere Art der Empfängnisverhütung“ wie Knaus gerne sagte, war seine „Kalendermethode“ nicht. Statistisch gesehen werden von 100 Frauen, die auf diese Weise ein Jahr lang verhüten, 15 bis 38 ungewollt schwanger. Nicht jede Frau hat einen regelmäßigen Zyklus. Durch Stress und Krankheit kann er außerdem durcheinander geraten.
„Römisches Roulette“ - so wird die Methode auch genannt. Wegen der Unsicherheit - und weil es die einzige Art der Empfängnisverhütung ist, die von der Katholischen Kirche für ihre Mitglieder akzeptiert wird.
Papst Pius XII. hatte 1951 in einer Rede vor dem katholischen italienischen Hebammenverein die Methode anerkannt, so Susanne Krejsa vom „Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch“ in Wien. „Da Knaus sehr gläubig war, war das die höchste Anerkennung, die er bekommen konnte. Von Vatikan wurde er um ein Gutachten zur Pille gebeten. Er war dagegen. Sowohl aus medizinischen Gründen, als auch aus moralisierenden Gründen.“
Auf seinem Sterbebett wurden ihm päpstliche Segenswünsche übermittelt. Er starb 1970 in Graz. 1892 war Hermann Knaus als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Kärnten geboren worden. Sein ganzes Leben lang war er ein ambitionierter und polarisierender Wissenschaftler, aber auch ein begeisterter Skifahrer, Reiter und Bergsteiger. Ein Kletterweg in den Karawanken trägt seinen Namen.
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Der Name Ogino, der stets im selben Atemzug mit seinem genannt wird, stammt übrigens vom japanischen Gynäkologen Kyusaku Ogino. Der hatte schon einige Jahre vor Kanus durch andere Beobachtungen dieselben Schlüsse gezogen, erzählt Susanne Krejsa. „Aber er hat auf japanisch publiziert. Und was in Japan publiziert wurde, hat die Wissenschaft in Deutschland und in England nicht erreicht.“ Erst 1929 konnte dann Ogino während einer Deutschlandreise Vorträge halten. Normalerweise wird in der Wissenschaft einen neue Methode nach dem Erstbeschreiber benannt. „Nun kannte man die Knaus'sche Entdeckung schon. Man hat deshalb beschlossen, es nach den beiden zu benennen.“
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