Die Rektoren österreichischer Universitäten fordern Ausgleichszahlungen vom deutschen Staat für deutsche Studenten in Österreich. Es gebe eine "Überflutung" der Unis im Nach- barland mit deutschen Studenten. Es sei dem österreichischen Steuerzahler nicht zumutbar, Gratisstudienplätze zu finanzieren. Das meldet der österreichische Standard.
Allein in Innsbruck würden mehr als 3.000 deutsche Studenten die gebührenfreie Studienmöglichkeit nutzen, so Rektor Karl- heinz Töchterle. Geht es nach ihm, soll für sie künftig auch Geld vom deutschen Steuer- zahler nach Österreich fließen. Es sei dem österreichischen Steuerzahler nicht zumutbar, dass durch die Gratisstudienplätze die Unis überflutet würden.
Auch Rektorenchef Christoph Badelt fordert Zahlungen Deutschlands. Für ihn wären solche Ausgleichszahlungen allerdings nicht "der Weisheit letzter Schluss", sondern nur als Teil eines Maßnahmen-Pakets sinnvoll. Der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) sprach sich in einer ersten Reaktion gegen Ausgleichszahlungen von Deutschland aus.
Österreich habe eine ausgeglichene Bilanz, es würden auch viele heimische Studierende ins Ausland gehen, sagte Hahn vor dem Ministerrat. Er sei dafür, die Mobilität der Studierenden zu erhöhen und "nicht künstlich Barrieren aufzubauen durch Ausgleichs- zahlungen", sagte Hahn. Stattdessen solle es wieder quantitative Beschränkungen bei jenen Fächern geben, bei denen in Deutsch- land der Numerus clausus gelte.
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Der Andrang von Studenten aus dem Ausland nach Österreich beträchtlich, vor allem nach dem Wegfall der Zulassungshürden durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2005: Waren im Wintersemester 2000/01 6.354 Deutsche in Österreich ins- kribiert, waren es im Wintersemester 2008/09 bereits 17.432.
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