Samuel Cohen, der Erfinder der Neutronen- bombe ist 89-jährig in Kalifornien gestorben. Der Physiker arbeitete auch an der Atom- bombe "Fat Man" mit, die 1945 Nagasaki zerstört hatte. An der Wirkungsweise der Neutronenbombe - sie vernichtet Lebewesen - richtet aber keinen Materialschaden an, entzündeten sich ethische Debatten in den 80er Jahren.
Samuel Cohen hat die Neutronenwaffe 1958 entwickelt und hatte sich massiv für ihre Herstellung eingesetzt. Die Neutronenwaffe gilt als taktische Waffe, ihre todbringende Wirkung bei geringeren strukturellen Schäden ist aber nur relativ zu anderen Kernwaffen zu verstehen. So werden auch bei einer Neutronenbombe noch rund 30 Prozent der Energie als Druckwelle und weitere 20 Prozent als thermische Strahlung abge- geben.
Samuel Cohen hatte die Neutronenbombe immer als vernüftigste Waffe beschrieben, die je vom Menschen erfunden wurde. Er verteidigte sie mit den Worten, "wenn der Krieg vorbei ist, ist die Welt noch intakt". Denn der radioaktive Niederschlag der Neutonen-Waffe ist gering: Rund 24 Stunden nach der Explosion kann das zerbombte Gebiet wieder gefahrlos betreten werden.
Menschenverachtend, sagten dagegen seinen Kritiker, und vor allem in Europa gab es erbitterte Gegner, denn in den Zeiten des Ost-West-Konflikts wurde der Einsatz der Bobme für einen etwaigen Kriegsfall in Europa in Erwägung gezogen. Das Arsenal der Bobmen wurde mittlerweile vernichtet.
|