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Vor 197 Jahren werden die „originalen“ Siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker geboren
03.05.2008
Niemals allein
Chang und Eng Bunker wurden bereits zu Lebzeiten vermarktet. Doch auch nach ihrem Tod kann man noch wunderbar Geld mit ihnen verdienen. Im anatomischen Mutter Museum in Philadelphia wurden sie obduziert, und heute kann man dort ihre in Formaldehyd eingelegten zusammengewachsenen Lebern bestaunen. Auch ein Gipsabdruck der Oberkörper ist ausgestellt. Im Museumsladen hat der Besucher dann die Wahl zwischen T-Shirts und Taschen mit dem Aufdruck dieses Gipsmodells. Sogar ein kleiner silberner Glücksbringer der missgebildeten Körper ist im Angebot.

Im Thailand des 19. Jahrhunderts, dem damaligen Siam, galten Chang und Eng aber nicht als Glücksbringer - ganz im Gegenteil. Die Geburt der Zwillinge, am 11. Mai 1811 auf einem Hausboot im Mekong-Delta wurde als böses Omen gedeutet. König Rama II soll ihren Tod befohlen haben. Die chinesischen Eltern der siamesischen Zwillinge konnten den Mord an ihren besonderen Kindern jedoch verhindern.

Chang war der linke Teil des Zwillingspaares. Er maß einige Zentimeter weniger als sein Bruder und galt als der dominantere der beiden. Eng auf der rechten Seite wird als klug und zurückhaltend beschrieben. Die Zwillinge lernten, den Hautlappen zwischen sich zu dehnen. So konnten sie nebeneinander stehen, sie lernten zu laufen, zu rudern und zu schwimmen. Als sie acht Jahre alt waren,
starben der Vater und einige Geschwister an der im Delta grassierenden Cholera. Die Zwillinge mussten Geld verdienen - zunächst als Fischer, dann als Händler. 1829 wurden sie selbst zur Ware: 3000 Dollar versprachen britische Händler für die Erlaubnis, die damals 18-jährigen bei Ausstellungen zu zeigen. Erhalten hat die Mutter aber nur 500 Dollar.

Chang und Eng wurden nun auf Jahrmärkten präsentiert, bestaunt und begafft - als „Siamesische Zwillinge“. Ein Name, den sich der Zirkuspionier P.T. Barnum ausgedacht hat. Chang und Eng reisten durch die ganze Welt. In den USA, in Deutschland und England schlugen sie auf Bühnen synchron Purzelbäume und Salti rückwärts. Sie demonstrierten ihre gemeinsame Körperbeherrschung bei einem Federball-Spiel und beantworteten neugierige Fragen.

Die berühmtesten Ärzte ihrer Zeit begutachteten die Zwillinge in jeder größeren Stadt. Auch Rudolf Virchow, der Vater der modernen Pathologie, untersuchte Chang und Eng - und hielt wie fast alle Ärzte eine Operation für unmöglich. Ein Irrtum, wie heute feststeht. Die Trennung wäre selbst damals medizinisch möglich gewesen.

Mit 28 Jahren nahmen die siamesischen Brüder die amerikanische Staatsbürgerschaft und den Nachnamen Bunker an. Sie kauften sich Sklaven und ließen sich in North Carolina als Farmer nieder. 1843 feierten die Brüder Doppelhochzeit mit den Schwestern Adelaide
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