Die Dienstwagen zahlreicher Spitzenpolitiker sind nach einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Klimakiller. Selbst die Fahrzeuge einiger Umwelt-Landesminister stoßen laut dieser Erhebung doppelt so viel Treibhausgase aus, wie die EU-Kommission künftig straflos zulassen will.
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sagte, selten habe eine Recherche der Umwelthilfe einen solchen Aufwand erfordert und sei aufgrund von "Sicherheitsbedenken" auf so viel Widerstand gestoßen. Die DUH werde im Einzelfall nicht davor zurückschrecken, die Informationen vor Gericht einzuklagen. Zwölf der 16 Länderregierungschefs verweigerten der DUH die Auskunft.
Resch sagte, es gehe bei den Dienstwagen nicht nur um Symbolik: "Tatsächlich bestimmen die Minister mit ihrem Vorbild mit darüber, welche Autos morgen gekauft werden." Amerikanische Stars seien an diesem Punkt erheblich weiter als die Mehrheit deutscher Minister, kritisierte Resch.
In Hamburg hat sich der Senat auf die Fahnen geschrieben, möglichst klimafreundliche Fahrzeuge zu fahren. Die Zweite Bürgermeisterin und Schulsenatorin Christa Goetsch (Grüne) wird nach Senatsangaben zunächst die Mercedes E-Klasse ihrer Vorgängerin übernehmen. Wenn der Leasingvertrag in diesem Jahr ausläuft, wird sie sich vermutlich für einen anderen Wagen entscheiden.
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Allerdings weist die von der DUH kompilierte Liste gravierende Mängel auf. So bezeichnete die Umweltorganisation Bundesgesundheits- ministerin Ulla Schmidt (SPD) am Donnerstag als schlimmste Klimasünderin. Die Politikerin, so die DUH, benutze als Dienstfahrzeug einen Mercedes S 500 mit 388 PS und einem CO2-Ausstoß von 286 Gramm je Kilometer. Schmidts Sprecherin widerspricht dieser Behauptung. Die Ministerin fahre bereits "seit April 2007" einen S 420. Der bläst laut Hersteller zwar immer noch 247 bis 252 Gramm CO2 in die Atmosphäre - aber der etwas kleinere Motor kostet die Ministerin den Spitzenplatz in der Klimakillerliste, worüber sie vermutlich nicht unglücklich ist.
Die DUH erklärte auf Anfrage, man habe Schmidt zweimal schriftlich um Auskunft gebeten. Da die Ministerin nicht geantwortet habe, sei man von der Annahme ausgegangen, dass sie immer noch den gleichen Dienstwagen wie im Frühjahr 2007 fahre.
Quelle: Agenturmaterial
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